Putin umwirbt afrikanische Staaten bei Gipfel in Moskau / Foto: Igor IVANKO - POOL/AFP
Der Kreml hat Vertreter von mehr als 40 afrikanischen Staaten zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau empfangen und eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. "Wir sind natürliche Verbündete beim Aufbau einer multipolaren Weltordnung", sagte Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Nach russischen Angaben nehmen auch 22 afrikanische Staats- und Regierungschefs an der Konferenz teil. Es ist der dritte Gipfel dieser Art seit 2019.
Auf einem Wirtschaftsforum mit tausenden Teilnehmern aus Russland und Afrika betonte Kremlchef Wladimir Putin, dass der Wandel zu einer multipolaren Weltordnung "unumkehrbar" sei. Mit Blick auf den Westen sagte er: "Die Zeit, in der das Schicksal ganzer Kontinente von einem engen Block von Staaten bestimmt wurde, ist unwiderruflich vorbei."
Der russische Präsident kündigte an, die Agrarexporte nach Afrika auszuweiten sowie die Produktion russischer Arzneimittel und Impfstoffe auf dem Kontinent anzusiedeln. Zudem betonte er, sein Land sei offen dafür, "unsere modernen Kompetenzen und unser hochmodernes digitales Wissen mit unseren afrikanischen Freunden zu teilen".
Der Gipfel soll am Donnerstag mit einer Abschlusserklärung zur Vertiefung der russisch-afrikanischen Zusammenarbeit enden. Zusätzlich ist die Verabschiedung eines separaten Dokuments zur Kooperation im Bereich von Künstlicher Intelligenz (KI) geplant. Neben zwei Plenarsitzungen sind auch rund zwanzig bilaterale Treffen zwischen Putin und afrikanischen Staatenlenkern vorgesehen.
Schon zu Sowjetzeiten war Moskau ein zentraler Akteur in Afrika. Nach dem Beginn der Offensive in der Ukraine im Februar 2022 hat sich Russland dem Kontinent weiter angenähert und die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen vertieft. Auch als Reaktion auf die harten Sanktionen des Westens suchte der Kreml seither verstärkt den Schulterschluss mit afrikanischen Staaten.
Russlands Beziehungen zu afrikanischen Staaten werden jedoch von zahlreichen Berichten überschattet, wonach afrikanische Staatsbürger von Moskau mit Zwang zum Fronteinsatz in der Ukraine rekrutiert werden.
Am Rande des Gipfels gab der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed außerdem bekannt, Äthiopien habe zwölf russische Kampfflugzeuge erhalten. "Wir haben heute die ersten zwölf Su-35-Kampfflugzeuge der Generation 4++ erhalten", erklärte Abiy im Onlinedienst X. Die Lieferung sei im Rahmen einer "vorherigen Vereinbarung mit der russischen Regierung" erfolgt. Äthiopien werde außerdem vier "S-400-Luftverteidigungssystem-Batterien" erhalten, fügte er hinzu.
P.Mueller--BD