Waldstücke und Gebäude angezündet: Pressefotografen in Dessau verurteilt / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv
Wegen mehrfacher Brandstiftung hat das Landgericht Dessau in Sachsen-Anhalt zwei Pressefotografen zu Freiheitsstrafen verurteilt, in einem Fall zur Bewährung. Das Gericht sah es in seinem am Freitag ergangenen Urteil als erwiesen an, dass die 23 und 33 Jahre alten Angeklagten zwischen Juli und September vergangenen Jahres im Raum Bitterfeld-Wolfen leerstehende Gebäude, Waldstücke und Landwirtschaftsflächen in Brand gesetzt hatten, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.
Gegen den 33-jährigen Angeklagten verhängte die Kammer demnach wegen Brandstiftung in sechs Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dem war eine Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten vorausgegangen. Der 23-jährige Angeklagte erhielt wegen sieben Taten eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Motiv für die Taten war nach Auffassung der Kammer, dass die Angeklagten als sogenannte Blaulichtreporter an den Tatorten exklusives Video- und Bildmaterial von den Feuerwehreinsätzen anfertigen und in den sozialen Medien sowie durch Verkäufe an andere Medien vermarkten wollten.
Als die freien Fotografen auch ein ehemaliges Bahnhofsgebäude in Raguhn-Jeßnitz anzündeten, wurden sie auf frischer Tat gefasst. Durch die Brandstiftungen entstand demnach insgesamt ein Sachschaden in deutlich sechsstelliger Höhe.
C.Jaggi--BD