Mindestens zehn Tote bei heftigem Wintersturm in den USA / Foto: CHARLY TRIBALLEAU - AFP
Bei einem heftigen Wintersturm in weiten Teilen der USA sind bislang mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. In mindestens 20 Bundesstaaten und der US-Hauptstadt Washington riefen die Behörden den Notstand aus, der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte auch für Montag vor erheblichen Einschränkungen durch glatte Wege und Straßen. Bereits am Wochenende waren tausende Flüge gestrichen worden. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom.
Der Sturm zog am Sonntag vom Süden in den Nordosten der USA. Bundesstaaten von Texas über North Carolina sowie die Ostküstenstädte Washington und New York waren betroffen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, zu Hause zu bleiben. In nördlichen Bundesstaaten wurde vor lebensbedrohlicher Kälte von bis zu Minus 45 Grad Celsius auch in den kommenden Tagen gewarnt.
Derweil brachte der Sturm Schnee, Schneeregen und Eisregen mit sich. "Die Auswirkungen von Schnee und Schneeregen werden bis weit in die kommende Woche anhalten", erklärte der NWS.
Die Behörden warnten zudem vor gefährlichen Temperaturstürzen, die sich über mehrere Tage erstrecken könnten. Die Menschen sollten sich demnach auf verlängerte Einschränkungen im Alltag einstellen.
In New York wurden nach Angaben von Bürgermeister Zohran Mamdani mindestens fünf Menschen tot auf der Straße gefunden. Die Todesursachen seien bislang nicht bekannt, die Fälle unterstrichen jedoch "die Gefahr extremer Kälte und die Verletzlichkeit vieler Bewohner, insbesondere obdachloser New Yorker", sagte Mamdani bei einer Pressekonferenz.
Im südlichen US-Bundesstaat Texas kamen nach Angaben der Behörden drei Menschen ums Leben, darunter eine 16-Jährige, die bei einem Schlittenunfall starb. Im benachbarten Louisiana meldeten die Behörden zwei Todesopfer. Die beiden Männer seien infolge einer Unterkühlung durch den Sturm ums Leben gekommen.
Laut der Internetseite PowerOutage.com zufolge waren am Sonntagabend (Ortszeit) mehr als 840.000 Haushalte vor allem im Süden der USA ohne Strom. Im Bundesstaat Tennessee waren es mehr als 300.000 Haushalte, in Louisiana, Mississippi und Georgia jeweils über 100.000.
An mehreren großen Flughäfen wie in Washington, Philadelphia und New York wurden am Sonntag fast alle Flüge gestrichen. Der Internetseite Flightaware.com zufolge fielen seit Samstag landesweit mehr als 19.000 Flüge aus. Viele staatliche Behörden sollten am Montag geschlossen bleiben.
Der Wetterbehörde NWS zufolge könnten die Stromausfälle länger andauern. Sie warnte zudem vor großen Schäden an Bäumen und "sehr gefährlichen" Verkehrsbedingungen mit erheblichen Einschränkungen.
Der Sturm zieht seit Samstag über weite Teile der USA, Heimatschutzministerin Kristi Noem hatte im Vorfeld vor einem "historischen Wintersturm" gewarnt. Die Meteorologen gehen davon aus, dass mindestens 160 Millionen Menschen im ganzen Land von dem Sturm betroffen sein werden.
US-Präsident Donald Trump mahnte die Bürgerinnen und Bürger zu Vorsicht. "Bleiben Sie sicher und bleiben Sie warm", erklärte er in seinem Onlinedienst Truth Social. Der bekennende Klimaskeptiker nahm den Sturm zudem zum Anlass, erneut seine Zweifel an dem Klimawandel zu äußern: "Könnten die Klima-Aufrührer mit bitte erklären: Was ist mit der Erderwärmung passiert?"
Die extreme Wetterlage wird ausgelöst durch eine Verformung des Polarwirbels, dadurch gelangt kalte Luft von der Arktis nach Süden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das gehäufte Auftreten dieses Phänomens mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte.
L.Panchal--BD