Yamaha NMAX E: Der elektrische Konkurrent für die 125er-Klasse
Yamaha erweitert seine Elektromotorrad-Palette um den NMAX E. Das neue Modell richtet sich an Fahrer mit A1-Führerschein und nutzt eine eigens entwickelte Plattform, um die Performance eines 125-Verbrenners elektrisch abzubilden. Mit einer Reichweite von 104 Kilometern und moderner Vernetzung soll das Fahrzeug ab 2027 auf dem europäischen Markt konkurrieren.
Yamaha Motor hat einen neuen Meilenstein in seiner Strategie zur Dekarbonisierung angekündigt: den Yamaha NMAX E. Das Unternehmen positioniert das Modell als direkten Konkurrenten im etablierten Marktsegment der 125-cm³-Scooter, einem Bereich, in dem die Marke zuvor vor allem mit ihren sportlichen Modellen TMAX und XMAX dominierte. Der NMAX E ist als emissionsfreies Fahrzeug konzipiert und soll europäischen Fahrern ermöglichen, auf Elektromobilität umzusteigen, ohne auf die gewohnte Performance eines kleinen Verbrenners zu verzichten.
Das Fahrzeug basiert auf einer neu entwickelten Plattform namens A1 EV. Zielgruppe sind primär Inhaber des A1-Führerscheins sowie Autofahrer mit entsprechender Zusatzqualifikation. Yamaha betont, dass der NMAX E neue Maßstäbe in puncto Fahrqualität und Fahrfreude setzen wolle. Im Herzen des Scooters arbeitet ein neuer eAxle-Antriebsstrang. Dieser besteht aus einem luftgekühlten synchronen Permanentmagnetmotor (IPMSM), einer Motorsteuerungseinheit und einem Untersetzungsgetriebe.
Die technischen Daten sind auf die Anforderungen der Klasse ausgelegt. Die Nennleistung beträgt 5 kW bei 3.500 Umdrehungen pro Minute, während die Spitzenleistung bei 7,5 kW liegt. Das maximale Drehmoment von 33,3 Newtonmetern steht bereits ab 500 U/min zur Verfügung. Der Motor ist starr in einem neu konstruierten Rohrrahmen montiert und treibt über einen Keilriemen an. Yamaha gibt an, dass diese Konfiguration eine lineare und dynamische Beschleunigung sowie eine zentrale Massenkonzentration ermögliche, was dem Fahrverhalten der sportlichen MAX-Modelle ähnele.
Die Fahrgestellgeometrie wurde für ein Gleichgewicht zwischen Stadt-agilität und Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten optimiert. Der Radstand beträgt 1.425 Millimeter, die Bodenfreiheit liegt bei 135 Millimetern und die Sitzhöhe bei 770 Millimetern. Die ergonomische Auslegung umfasst lange Fußmatten, einen zweisitzigen Sattel sowie ausklappbare Passagierfußstützen. An den 13-Zoll-Felgen sitzen Reifen der Dimension 110/70-13 vorne und 130/70-13 hinten. Das Design greift die typischen Merkmale der MAX-Familie auf, darunter minimalistische Front- und Heckleuchten mit doppelter Lichtsignatur sowie die charakteristischen Boomerang-Motive an den Seitenverkleidungen.
Ein besonderes Merkmal ist das neue Schwinge-Design, das durch den Wegfall eines klassischen Antriebsstrangs ermöglicht wird. Es soll optisch und technisch zur Gewichtsreduzierung am Heck beitragen. Verfügbar sein der NMAX E zunächst in zwei Farbvarianten: Avio Blue, ein neues Blau, das 2027 eingeführt wird, sowie Platinum Silver mit kontrastierender schwarzer Frontpartie.
Die Energiespeicherung erfolgt über eine nicht entnehmbare Lithium-Ionen-Batterie mit einem Fassungsvermögen von 3,5 Kilowattstunden. Die Batterie ist in L-Form im Rahmen unter dem Sattel und auf dem Boden platziert, um den Schwerpunkt zu senken. Sie erfüllt die Schutzart IP67 gegen Staub und Wasser und wird durch ein Batteriemanagementsystem überwacht. Laut Yamaha beträgt die Reichweite 104 Kilometer, gemessen nach dem WMTC-Zyklus bei einer Batterietemperatur von 25 Grad Celsius.
Für den Alltag bietet das Fahrzeug drei Fahrmodi: S für dynamisches Ansprechverhalten, T für einen progressiven Verlauf und E zur Energieeinsparung. Ein Traktionskontrollsystem (TCS) sorgt auf rutschigen Untergründen für Sicherheit. Die Beschleunigung wird durch einen elektronischen Gasgriff mit Positionsgeber (APSG) präzise dosiert. Das Laden erfolgt über ein 800-Watt-Ladegerät, das im Handschuhfach untergebracht ist. Über ein separates Kabel kann das Fahrzeug an Haushaltssteckdosen sowie an öffentlichen AC-Type-2-Ladestationen geladen werden. Bei 200 Volt und einer Batterietemperatur von 25 Grad dauert der Ladevorgang von null auf hundert Prozent etwa fünf Stunden und dreißig Minuten. Das Ladesystem arbeitet ohne Lüfter, was es besonders leise macht.
Zur Unterstützung der Nutzer wird parallel der Dienst "YOU Charge" eingeführt, der den Zugang zu einem Netz öffentlicher Ladestationen über ein Abonnement ermöglicht. Der Start ist für den Beginn des Jahres 2027 auf den ersten Märkten geplant, gefolgt von einer Erweiterung in weitere europäische Länder.
Die Sicherheit wird durch zwei 245-Millimeter-Bremsscheiben vorne und hinten gewährleistet, ausgestattet mit Antiblockiersystem (ABS) und regenerativer Bremsung. Die Rekuperation passt sich dem gewählten Fahrmodus an und soll ein Gefühl ähnlich einem Motorbremsen bei Verbrennern erzeugen. Eine Rückfahrfunktion, aktiviert über Tasten am Lenker, erleichtert Manöver in engen Räumen oder auf Steigungen.
Technisch ist der NMAX E mit einem 5-Zoll-TFT-Display ausgestattet, das zwischen Tag- und Nachtmodus wechselt. Es zeigt Geschwindigkeit, Batteriestatus, Leistungsausgabe und Rekuperationsniveau an sowie den Verbindungsstatus zum Smartphone. Über die Yamaha Motor On App lassen sich Navigation, Fahrtenverlauf, Batterieparameter und der Parkplatzstandort abrufen. Weitere Ausstattungsdetails umfassen einen Smart-Key-Zündung, ein unter dem Sattel liegendes Fach für einen Vollhelm und eine Beleuchtung des Stauraums.
Der Marktstart ist für 2027 vorgesehen. Details zum Preis und zur genauen Verfügbarkeit in den einzelnen Märkten wurden bisher nicht veröffentlicht.
M.Arya--BD