"Kann nicht tatenlos zusehen": Infantino-Berater tritt zurück / Foto: KIRILL KUDRYAVTSEV - SID
Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst - nun auch aus dem inneren Kreis. Sein leitender Berater Carlos Cordeiro ist aus Protest gegen dessen Investorenpläne zurückgetreten. Zuvor hatten bereits die Kontinentalverbände UEFA, CONCACAF und AFC Widerstand angekündigt. Infantinos Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, steht damit vor dem Aus.
In einer Stellungnahme schreibt Cordeiro: "Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht. Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports."
Der Fußball spiele in seinem Leben eine "zentrale Rolle, und nach mehr als 35 Jahren im Bankwesen verstehe ich sowohl den Wert dieses Vermögenswerts als auch die Konsequenzen, die mit der Abgabe eines Teils davon verbunden sind. Deshalb sollte dieser Vorschlag abgelehnt werden."
Diese Ansicht vertreten auch Europa, Asien und der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik. Infantino plant, Teile der WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen.
Medienberichten zufolge soll der FIFA-Präsident den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben. Die Verbände werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. Eine einfache Mehrheit soll ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. UEFA, CONCACAF und AFC stellen 136 von 211 stimmberechtigten FIFA-Mitgliedsverbänden.
R.Prakash--BD