Merz kündigt stärkere wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit mit Indien an / Foto: Shammi MEHRA - AFP
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei seinem Besuch in Indien eine Vertiefung der wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit zwischen Berlin und Neu-Delhi angekündigt. Indien sei für Deutschland dabei ein "Wunschpartner", sagte Merz am Montag im indischen Ahmedabad bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem indischen Premierminister Narendra Modi. In einer "zunehmend" von Großmachtpolitik geprägten und sich neu ordnenden Welt müssten Indien und Deutschland sich gemeinsam wappnen.
Mit Blick auf die wirtschaftliche Kooperation verwies Merz darauf, dass Inderinnen und Inder bereits heute zu den "erfolgreichsten Zuwanderern" in Deutschland gehörten. Heute studierten 60.000 Menschen aus Indien in Deutschland und machten die "größte Gruppe ausländischer Studenten in Deutschland" aus. Deutschland bahne die Wege für "legale und geordnete Migration" aus Indien.
Das bilaterale Handelsvolumen habe mit fast 50 Milliarden Dollar ein Rekordniveau erreicht, fügte Merz an. Deutschland wolle gemeinsam mit Indien einseitige Abhängigkeiten in Lieferketten verringern und die Kooperation in Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Wasserstoff, Batteriespeicherung und kritischen Rohstoffen ausbauen.
Merz sprach sich zudem für einen raschen Abschluss eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien aus. Ende des Monats werden die EU-Spitzen zu einem Besuch in Indien erwartet, bei dem das Abkommen unterzeichnet werden könnte.
Sicherheitspolitisch kündigte Merz eine engere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien an. Deutschland und Indien wollten ihre Kooperation in Verteidigung und Sicherheit ausbauen, unter anderem durch gemeinsame Übungen von Luftwaffe und Marine im Indopazifik sowie durch eine vertiefte Zusammenarbeit der Verteidigungsindustrie. Hierzu seien Absichtserklärungen unterzeichnet worden. "Das trägt auch dazu bei, dass Indien weniger angewiesen ist etwa auf Russland", sagte Merz mit Blick auf die weiterhin engen Beziehungen zwischen beiden Ländern auch im Rüstungsbereich.
Am zweiten Tag seines Aufenthalts in Indien wollte der Kanzler die Industrie- und Forschungsmetropole Bangalore und ein dortiges Werk von Bosch besuchen.
W.Atwal--BD