Nach dem Ausbruch heftiger Waldbrände im Süden Chiles mit mindestens 21 Todesopfern ist ein vierter mutmaßlicher Brandstifter gefasst worden. Wie die zuständige Staatsanwältin am Donnerstagabend mitteilte, steht er im Verdacht, in der Region Biobío "20 Todesfälle verursacht zu haben". Einen weiteren Todesfall gab es in der Nachbarregion Ñuble.
Ebenfalls am Donnerstag wurde in Biobío ein Mann festgenommen, der in einem Waldgebiet im Ort Punta de Parra gerade ein Feuer entzündete. In Biobío hatte es bereits am Montag eine vorläufige Festnahme gegeben, eine andere am Mittwoch in Araucanía.
Am Donnerstag kämpfte die Feuerwehr in den am stärksten betroffenen Regionen Araucanía, Ñuble und Biobío noch gegen 19 Brände.
Am Samstag waren etwa zeitgleich mehrere Brände in Biobío rund 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile ausgebrochen. Wegen der Hitze im chilenischen Sommer und starken Winds breiteten sich die Flammen schnell aus und zerstörten ganze Wohnviertel, insbesondere in den kleinen Städten Penco und Lirquén.
Es sind die schlimmsten Waldbrände in Chile seit Februar 2024. Damals waren in der Küstenregion Viña del Mar 138 Menschen ums Leben gekommen. Eine Untersuchung ergab, dass die Brände damals vorsätzlich von Feuerwehrmännern und Forstbeamten gelegt worden waren.
Nach Angaben des Chilenischen Zentrums für Klimawissenschaft erhöht die Erderwärmung die Waldbrandgefahr in dem südamerikanischen Land. Seit mehr als einem Jahrzehnt werden demnach höhere Temperaturen und längere Trockenheitsphasen gemessen.
R.Prakash--BD